Werte im Quadrat

Ein Projekt zur Demokratiebildung in den Programmorten von Ein Quadratkilometer Bildung

Der Alltag vieler Kinder ist von großer sozialer, kultureller und religiöser Vielfalt geprägt. Diese Vielfalt bereichert, doch sie stellt die Kitas, Horte, Schulen und andere Bildungsengagierte auch vor große Herausforderungen. Zudem machen viele Kinder früh Erfahrungen mit gesellschaftlicher Ungleichheit und müssen sich mit Krieg und Fluchterfahrung auseinandersetzen – ihrer eigenen oder der anderer. Kindern Toleranz und Gemeinschaftssinn zu vermitteln und sie darin zu unterstützen, den Wertvorstellungen anderer Menschen offen und neugierig zu begegnen, sich mit ihnen gewinnbringend auseinanderzusetzen, ist nicht allein Aufgabe des Elternhauses. Alle Bildungsinstitutionen und Menschen sind gefragt, die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten: Schule, aber auch Kita, der betreute Ganztag, Vereine, und viele mehr – ein ganzes Netzwerk engagierter Menschen.

Eine hybride Fortbildungsreihe von März 2025 bis Juni 2026 stellt drei Ansätze der Demokratiebildung vor, die im pädagogischen Alltag Anwendung finden und im Bildungsnetzwerk von km2 Bildung umgesetzt werden können:

  • Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung
  • Philosophieren mit Kindern
  • Kinderrechtebasierte Demokratiebildung

Bewerbungsfrist ist der 20.02.2025. Den Link zur Bewerbung finden Sie demnächst an dieser Stelle!

Werte im Quadrat richtet sich an Lehr- und Fachkräfte in den Programmorten von Ein Quadratkilometer Bildung, die mit Kindern im Alter von 5 –10 Jahren arbeiten und nach neuen Wegen suchen, ein respektvolles Miteinander und die Gemeinschaft vor Ort zu stärken. Eine nachhaltige praktische Auseinandersetzung mit Demokratiebildung kann das Zusammenleben aller verbessern, ob Groß oder Klein. Dafür braucht es Botschafter:innen, die nicht nur in ihrer eigenen Institution wirken wollen, sondern in einem ganzen Bildungsnetzwerk. Sie treiben das Thema gemeinsam voran und wissen, wo ihre Arbeit vor Ort am meisten gebraucht wird: Wertebotschafter:innen im Quadrat.

Bei allen Ansätzen steht das gemeinsame Gespräch auf Augenhöhe und Handeln mit den Kindern im Zentrum. Die Teilnehmer:innen werden mit den Ansätzen vertraut gemacht, reflektieren diese mit den Expert:innen und untereinander und erfahren weitere Unterstützung vor Ort, indem sie einander beraten und in Kontakt mit den Wertebotschafter:innen des Pilotjahrgangs gebracht werden. Bücherkisten mit Fachliteratur stehen zur Verfügung und ein Umsetzungsbudget von bis zu 1.000€ je Programmort ermöglicht den Projektteams, neue Ideen vor Ort in die Tat umzusetzen.

Anti-Diskriminierung ist aktiver Kinderschutz!

Sandra RichterSandra Richter ist Multiplikatorin für den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung bei der Fachstelle Kinderwelten Berlin. Foto: Frederic Schweizer

Die Module

Modul 1: Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© ist ein pädagogischer Ansatz der Fachstelle Kinderwelten in Berlin. Nach dem Motto „Vielfalt respektieren, Ausgrenzung widerstehen“ gibt der Ansatz konkrete Anregungen für die pädagogische Praxis, wie Kinder und Erwachsene in ihrer Unterschiedlichkeit wertgeschätzt werden und vor Ausgrenzung, Abwertung und Diskriminierung geschützt werden können. Der Ansatz basiert auf den Kinderrechten und hat den Anspruch, zu Bildungsgerechtigkeit beizutragen. Die Teilnehmer:innen werden vertraut gemacht mit den vier Handlungsfeldern des Ansatzes: Vorurteilsbewusstes Gestalten der Interaktion mit Kindern, der Lernumgebung, der Zusammenarbeit mit Familien und der Zusammenarbeit im Team.

Modul 2: Das Philosophieren mit Kindern zielt auf die Gestaltung gemeinsamer philosophischer Gespräche mit Kindern im Kita- und Grundschulalter. Diese Gespräche sind philosophisch, insofern sie vielfach existenzielle Themen behandeln und damit Themen der Philosophie, beispielsweise Freundschaft, Identität, Glück, Krieg und Frieden, Leben und Tod. Philosophisch sind sie aber auch, weil es in ihnen nicht um das Abfragen von Antworten und damit ein Denken in Kategorien von Richtig oder Falsch geht. Im Vordergrund steht vielmehr der gemeinsame Prozess des Nachdenkens. Zu ihm gehören das Formulieren eigener Fragen, die argumentative Auseinandersetzung, Perspektivwechsel, Selbstdenken. Das Philosophieren mit Kindern knüpft an das „natürliche Philosophieren“ an, durch das sich laut Ekkehard Martens alle Menschen im Laufe ihres Lebens mit der Welt auseinandersetzen, um sich in ihr und im eigenen Denken orientieren zu können. Wer bin ich? Was ist gerecht? Ist das Liebe? Diesen Fragen Raum zu geben, bedeutet, sich auf o.g. Prozess einzulassen und junge Menschen in der Entwicklung ihrer eigenen Gedanken zu begleiten und zu stärken.

Modul 3: Kinderrechtebasierte Demokratiebildung: Menschen- und Kinderrechte sind nicht allein fächerübergreifende Lerninhalte. Sie sind auch eine verbindliche und hilfreiche Grundlage für die gemeinsame (demokratische) Gestaltung von pädagogischen Institutionen und Lernumfeldern. Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Anregungen, Beschwerden und Wünsche gehört werden. Die Fortbildung bietet eine Einführung in die Kinderrechtebildung. Dabei geht es neben der Information über die Inhalte der Rechte als Wissensvermittlung auch um die Gestaltung und Reflektion pädagogischer Beziehungen und Haltungen sowie Formen der Partizipation oder die Ausgestaltung von Kinderschutzkonzepten und Fördermöglichkeiten.

Philosophieren ist Demokratiebildung. Es bedeutet, den Fragen und Gedanken von Kindern Raum zu geben und den argumentativen Austausch zwischen ihnen zu begleiten.

Eva StollreiterPhilosophin und Literaturwissenschaftlerin M. A. und Mediatorin univ. Seit 2012 ist sie Vorsitzende des Berliner Vereins „Was denkst du? Kinder und Jugendliche philosophieren e.V.“ (ehemals: „Die kleinen Denker e. V.“), den sie mitgründete. Foto: Farbtonwerk

Termine

Bewerbungsfrist ist der 20.02.2025.

Die 1,5-tägige Auftaktveranstaltung findet am 28./29.03.2025 in Präsenz in Berlin statt. Tag 1: Kennenlernen der Teilnehmer:innen und Referent:innen, sowie Einführung in die Inhalte der drei Module. Tag 2: Auftakt Modul 1 Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung mit einem Intensivworkshop. Anreise je nach Wohnort am Vorabend (27.03.25) oder Vormittag des 28.03. direkt zu Veranstaltungsbeginn. Tag 2 endet um 16:00 Uhr, eine Abreise am selben Tag ist – je nach Wohnort – also möglich.

Die digitalen Sitzungen von Modul 1 finden jeweils von 16:00-18:00 Uhr statt, am 21.05.25, 26.06.25, 11.09.25 und 01.10.25.

Modul 2: Präsenzworkshop in Berlin am 08.11.25 von 10:00-16:00 Uhr. Digitale Sitzungen: jeweils von 16:00-18:00 Uhr am 11.12.25, 15.01.26, 12.02.26 und 12.03.26.

Modul 3: Präsenzworkshop in Berlin am 14.03.2026 von 10:00-16:00 Uhr. Digitale Sitzungen: jeweils von 16:00-18:00 Uhr am 15.04.26, 06.05.26, 10.06.26 und 24.06.26.

Die Teilnehmer:innen verpflichten sich zur Teilnahme an allen Modulen.

Gut zu wissen

Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos, Reise- und Unterbringungskosten werden übernommen.

Kontakt

Benita Ross
M +49 (0) 173 600 8341
benita.ross(at)km2-bildung(dot)de

Silke Lock
M +49 (0) 173 3415 529
silke.lock(at)km2-bildung(dot)de

Die Förderpartner

Die Karl Schlecht Stiftung (KSG) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Fokus auf „Good Leadership“. Ihre Leitidee ist die Verbesserung von Führung in Business und Gesellschaft durch humanistische Werte. Vor diesem Hintergrund fördert sie Projekte zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und angehender Führungskräfte in den Themenbereichen Ethik, Leadership, Entrepreneurship, Kultur und Technik. Die Karl Schlecht Stiftung mit Sitz in Aichtal und Büros in Berlin und München wurde 1998 von Dipl.-Ing. Karl Schlecht gegründet. Der Stifter war Gründer des Betonpumpenherstellers Putzmeister.

Karl Schlecht Stiftung (KSG)
Gutenbergstraße 4 | 72631 Aichtal
Fon +49 (0) 7127 599 256
info@karlschlechtstiftung.de
www.karlschlechtstiftung.de

Auch die Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung unterstützt das Projekt in kleinerem Umfang.

Foto: Andreas Henn

Werte im Quadrat ist ein Projekt der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung, das sich mit Demokratiebildung und Themen des respektvollen Zusammenlebens innerhalb einer vielfältigen Gesellschaft auseinandersetzt. Es wird gefördert durch die Karl Schlecht Stiftung (KSG) und die Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung.